Gefährliche Computerspiele

Veröffentlicht am: 2. April 2009 Aktualisiert am: 2. April 2009

Spätestens seit dem Amoklauf in Essen sind „Killerspiele“ im Fadenkreuz der Politiker. Schließlich braucht man doch einen Sündenbock, da man ja schlecht zugeben kann, dass die falsche Erziehung, die schlechte Behandlung des Kindes im Alltag oder die falsche Betreuung in öffentlichen Lehranstalten schuld an solchen grausamen Ereignissen sind. Dies würde ja ein Versagen der Gesellschaft bedeuten.

Es ist gerade wieder ganz groß im Gespräch. Der Amokläufer von Winnenden spielte jahrelang das berüchtigte, brutale und realitätsverzerrende Killerspiel „Counterstrike“. Diese Spiele, wie halt „Counterstrike“, „Battlefield“ oder die „Call of Duty“-Reihe führen laut Politikern zu solchen grausamen Ereignissen. An dieser Aussage gibt es leider einige Mankos. Zum einen sprechen zumindestens einige Politiker von Sachverhalten, von welchen sie überhaupt keine Ahnung haben. Sie haben noch nie ein Spiel in der Hand gehabt, erlauben sich jedoch über die Spielebranche zu richten. Dies zeugt einmal mehr von der Unangepasstheit der Menschen. Eine Generation kann sich nur bis zu einen bestimmten Grad oder Zeitpunkt an das Moderne gewöhnen, da irgendwann die Aufnahmefähigkeit streikt. Wie unsere achtzigjährigen Großeltern sich nicht mehr an das Handy gewöhnen, so können oder wollen die fünfzigjährigen Politiker nichts mehr mit Computerspielen anfangen. Ein weiterer Aspekt ist die vermeintlich Gewaltverherrlichung in diesen Spielen. Sie fördern nicht nur unsere Gewalt, sondern fordern uns geradezu auf, sie auszuführen. Nein, mal ehrlich, was soll dieser Unsinn? Die Politiker sollten mal hören, was sie da sagen. Nach ihren Aussagen müsste man sogar Krimis, zwei Drittel der Spielebranche, ja sogar Kinderbücher verbieten. Sie alle beinhalten Gewalt im besonderen Maße. Selbst im Märchen „Rotkäppchen und der Wolf“ tritt Gewalt im besonderen Maßen auf. Es werden in der Erzählung von den Gebrüdern Grimm nicht nur Menschen gegessen, sondern dem Wolf der Bauch aufgeschnitten. Dies liest man Kindern schon von kleinauf vor, Gedanken über die vorhandene Gewalt in diesem Werk macht sich jedoch niemand oder wurde schon mal hinterfragt, ob ein Amokläufer oder Mörder im Kindesalter „Rotkäppchen und der Wolf“ vorgelesen bekommen hat? Sicherlich nicht!

Aus Gesprächen mit anerkannten (sowohl staatlich wie auch gesellschaftlich) Psychologen habe ich erfahren, dass kein Mensch aufgrund von Computerspielen in irgend einer Weise der Gewalt verfällt. Vielmehr seien es Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit, welche Menschen zu ihren Taten bewegen. Zudem darf man nie vergessen, was wir früher einmal waren. So blieb uns nicht nur ein Teil unseres natürlichen Instinktes aus unseren Ursprüngen als Affenmenschen erhalten sondern auch eine gewisse Grundgewalt.

Dies will im Moment keiner wissen. Wahrscheinlich auch, weil demnächst wieder Wahlen sind und dies ein Thema ist, womit man vor allem Eltern mit jungen Kindern sehr leicht und gut erreichen kann. Lasst euch also davon nicht einschüchtern, sondern spielt wie gewohnt weiter am Computer. Ganz nach eurem Belieben und lasst euch bloß nicht unterkriegen.

Euer Mggg141

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