Feuerklingen — Buchvorstellung

Veröffentlicht am: 14. Februar 2009 Aktualisiert am: 23. Januar 2010

„Feuerklingen“ ist die geniale Fortsetzung von „Kriegsklingen“ von Joe Abercrombie. Hier wird die fantastische Geschichte der Helden aus dem ersten Band beinahe nahtlos weitererzählt. Wieder geht es um große Taten, undurchsichtige Geschehnisse und schreckliche Kriege.

Wer sich noch ein wenig an das Ende von Band eins erinnert: Bayaz war mit Logen, Jezal dan Luther, Ferro, einem Wegkundigen und seinem Zauberlehrling von Adua, der Hauptstadt der Union aus, ins Alte Kaiserreich aufgebrochen … sehr zum Unwillen der Mitreisenden. Sein Ziel war es, etwas zu finden, das er als “den Samen” bezeichnet. Die Mitglieder der Gesellschaft können einander nicht ausstehen und sind allesamt der Meinung, besseres zu tun zu haben, als sich von dem kauzigen Magier durch die Gegend schleifen zu lassen … aber sie sind nun einmal unterwegs, ob sie nun wollen oder nicht.

Währendessen wurde Glokta, der Inquisitor, nach Dagoska entsandt, das von Gurkhisten, schwarzen Menschen aus dem Süden, belagert wird. Seine Aufgabe ist es, die Angreifer abzuwehren und die Stadt zu halten … ein unmöglicher Auftrag.

Derweil muss West, Luthers Freund und Bruder von dessen Geliebter, nach Norden, um in Angland gegen die Nordmänner zu kämpfen, deren König Bethod der Union den Krieg erklärt hat. Ein an sich schon unangenehmer Auftrag, der dadurch nicht leichter wird, dass der verzogene Prinz Ladisla den Wunsch geäußert hat, ein Regiment zu befehligen. Jedermann weiß, welcher Schaden daraus erwachsen kann … doch wer schläg einem Prinzen einen Wunsch ab?

Soweit zum letzten Buch.

In “Feuerklingen” geht die Geschichte weiter. Bayaz und seine Begleiter erleben in den Ruinen des alten Kaiserreichs haarsträubende Abenteuer, bei denen sie alle an Erfahrung und Selbstsicherheit gewinnen. Vor allem Jezal dan Luther … der erfährt nämlich zum ersten Mal, was es heißt, wirklich um sein Leben zu kämpfen, wirklich jemanden zuverletzen oder gar zu töten, und selbst verletzt zu werden … Erfahrungen, die er bislang nur aus Geschichten kannte.

Für Logen und Ferro bedeuten Kämpfe nichts Neues. Sie beiden müssen vielmehr lernen, ihre Abneigung zu überwinden … was ihnen schließlich auch gelingt, als sie — wie könnte es anders sein — um ihr Leben kämpfen müssen. Nebenbei lässt sich Bayaz endlich dazu herab, den Helden etwas über die Geschichte des Landes und die Ereignisse in der Vergangenheit zu erzählen … und weshalb sie sich überhaupt auf den Weg gemacht haben.

Was genau sie erfahren, will ich hier nicht wiedergeben, dazu reicht der Platz nicht … außerdem will ich euch ja dazu anregen, das Buch selbst zu lesen. Nur so viel zu dieser Reisegruppe: Wie nicht anders zu erwarten, geht ihr Plan mal wieder grandios schief. Als sie endlich am Ende der Welt angelangen, wie Bayaz es zumindest behauptet, finden sie eine Insel voller Steine, doch der sogenannte Samen ist verschwunden. Damit endet das Buch.

Neben diesen Informationen über die Vergangenheit von Bayaz erfahren wir in diesem zweiten Buch auch mehr über Logens Freunde. Denn der Hundsmann, Tul Duru, der Schwarze Dow, Harad Grimm, Dreibaum und Forley, mit denen Logen zuvor durch die Lande gezogen ist, nachdem er sie alle im Duell geschlagen hatte, leben entgegen seinem Wissen noch und entscheiden über ihre nächsten Schritte. Als sie erfahren, dass die Union gegen Bethod in den Kampf ziehen, entschließen sie sich kurzerhand, sich diesen anzuschließen. Ihrem Beispiel folgen weitere unzufriedene Nordmänner.

Derweil ist West in Angland angekommen und erhält den Befehl, zusammen mit dem verwöhnten Prinzen zurückzubleiben und sozusagen den Rückzug zu decken. Bei ihnen bleiben die am schlechtesten ausgebildeten und ausgerüsteten Soldaten. Also jene, die man ruhig an die Unfähigkeit des Prinzen verschwenden kann. Halbwegs brauchbare Unterstützung bekommt West von einigen Arbeitern aus einem Straflager. Bei diesen ist auch eine junge Frau, an der West Gefallen zu finden scheint. Bald darauf nimm West auch die Hilfe von Logens Freunden an, die ihm vor allem als Geländekundige Späher dienen wollen.

Es ist abzusehen und natürlich tritt auch ein, was kommen muss: Während der Großteil der Unionstruppen weiter im Norden nach Bethod sucht, greift dieser die schwache Streitmacht um den Prinzen an und lockt diese in einen Hinterhalt, aus dem nur West mit dem Prinzen sowie seine neuen Freunde aus dem Lager und die Nordmänner um den Hundsmann entkommen. Es dauert nicht lange, bis West, ohnehin schon wütend aufgrund des fehlenden Verstandes von Prinz Ladisla, diesen tötet, als er sich an dem Mädchen aus dem Arbeitslager vergreift.

Zum Ende des Buches hin gelingt es den Truppen der Union dann, eine von den Nordmännern eingenommene Festung zurückzuerobern. Dabei bemerken die verbündeten Nordmänner zum ersten Mal, dass Bethod sich mit den Plattköpfen verbündet hat und außerdem eine gewaltige Monströsität in seinen Diensten hat, Fenris den Gefürchteten, der bereits im ersten Band einen kurzen Auftritt hatte.

Während die Union im Norden einen knappen Sieg einfährt, sie es für Glokta in Dagoska weit weniger rosig aus. Die Stadt wird belagert, seine finanziellen Reserven sind begrenzt, die Regierung ist uneinig und irgendwo treibt sich ein Verräter herum. Nach und nach gelingt es Glokta jedoch, die Regierung zu übernehmen und die Stadt zu befestigen. Sehr zupass kommt ihm dabei ein unglaubliches Angebot eines Bankhauses: Glokta bekommt mehr als genug Geld, um die Verteidigung zu finanzieren, dafür muss er lediglich versprechen, eventuelle Gefallen zu erfüllen. Eigentlich hat er keine andere Wahl, als anzunehmen. Der Ausbau der Stadtmauer und der Sold der angeheuerten Söldnertruppe ziehen ihm das Geld aus der Tasche. Letztendlich muss Glokta die Stadt dennoch aufgeben. Die Armee der Angreifer ist einfach zu zahlreich und die Stadt abgeschnitten.

Derweil passieren auch im Herzen der Union seltsame Dinge. Die Bauern revoltieren und gehen gegen die Feudalherren vor, der zweite Prinz wird ermordet aufgefunden und die Nachrichten aus dem Norden sind auch nicht die Besten. Man hat bereits vom Tode des Prinzen gehört, auch wenn niemand ahnt, dass West dahintersteckt. So sind nun beide Thronerben tot und der König ist alt. Im Rat beginnt das Rennen um die Nachfolge der Königswürde.

Ich mache das Fazit kurz: Die Qualität des ersten Bandes wird hier in keinster Weise unterboten. Die Handlung ist spannend, die Figuren gut ausgearbeitet, die Landschaft sehr gut vorstellbar, beinahe filmreif beschrieben, und der trockene Humor, der schon “Kriegsklingen” so aufelockert hat, fehlt auch hier nicht. Auch hier weißt vor allem die Tatsache zu gefallen, dass unseren Helden bei all ihren Mühen und Anstrengungen doch nicht alles gelingt und sie immer wieder Rückschläge einstecken müssen. Ein sehr spannendes und lesenwertes Buch.

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