Forscher: Krise trifft Firmen im Westen Deutschlands besonders hart

Veröffentlicht am: 27. Dezember 2009 Aktualisiert am: 28. Dezember 2009

Die Krise ist bisher fast nur im Westen der Republik angekommen. Mit allergrößter Wucht hat sie im äußersten Süden zugeschlagen – im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg. Tuttlingen führt den „Krisenbetroffenheitsindex“ für Dezember an, den das Institut der Deutschen Wirtschaft IW ausgerechnet hat und der der Tageszeitung „Die Welt“ (Montagausgabe) exklusiv vorliegt. Auf den ersten zehn Plätzen sind insgesamt vier Landkreise aus Baden-Württemberg vertreten, drei aus Bayern, zwei aus Nordrhein-Westfalen und mit dem Erzgebirgskreis einer aus Sachsen. Am unteren Ende der Tabelle finden sich dagegen ausschließlich Regionen aus Nord- und Ostdeutschland.

Den letzten Platz nimmt der Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg ein. Hier hat sich die Krise kaum ausgewirkt. In die Berechnung des Index fließen einerseits die Entwicklung am Arbeitsmarkt ein und andererseits die Umsatz- und Exportentwicklungen in den Branchen sowie ihre Beschäftigungsprognosen.

Laut IW weisen die am stärksten betroffenen Regionen eindeutige Strukturmerkmale auf: Hier arbeiten 21,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern – bei den am geringsten Betroffenen sind es nur 14 Prozent. Regionen mit mehr Großunternehmen leiden also stärker unter der Krise als die übrigen. Auch die Exportquote spiele eine Rolle: Sie liege in den am stärksten betroffenen Regionen mit 42,3 Prozent wesentlich höher als bei den zehn am unteren Ende mit einer Quote von 29,1 Prozent.

Besonders wichtig ist den Forschern zufolge auch die Branchenstruktur. 46,7 Prozent der Beschäftigten in den Regionen, die den Krisenindex anführen, arbeiten in der Industrie, 27,8 Prozent davon in der Metall- und Elektroindustrie und davon wiederum 8,5 Prozent im Maschinenbau. Die Anteile in den gering betroffenen Regionen sind mit 24,8 Prozent, 7,1 Prozent und 1,6 Prozent dagegen deutlich niedriger. Weniger stark betroffen sind die Kreise und Städte, die einen Schwerpunkt im Dienstleistungsbereich, der Versorgungswirtschaft, der Gesundheitsbranche, dem Ernährungsgewerbe oder der Pharmaindustrie haben. (dts)

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